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Dzień Dobry Polska – Guten Tag Polen

13 Schüler*innen der Jahrgangsstufe EF haben eine Woche vor den Herbstferien die Fahrt nach Polen, genauer gesagt nach Lublin angetreten, die unsere Schilleraner*innen, die in jeglicher Hinsicht ein Erlebnis war: die Busreise, das andere Land, die andere Sprache, die andere Kultur, die Herzlichkeit, die Gastfreundschaft, so viel Natur und vieles mehr!

Am Donnerstag, dem 4.10.2018, starteten die Schilleraner*innen gemeinsam mit den Begleiterinnen Frau Pietsch und Frau Rath mit dem Bus, der sie über Nacht nach Lublin brachte. Auf der Busfahrt hieß es bereits Geduld beweisen, denn die Fahrt quer durch Polen (Lublin liegt nahe der ukrainischen Grenze) dauerte nicht weniger als 20 Stunden! Das Üben der Aussprache polnischer Wörter, das Lernen wesentlicher Vokabeln sowie kleine Spiele ließen die Zeit vergehen. Bereits jetzt konnten die Schilleraner*innen die Weiten der Natur vom Bus aus erleben. Am Busbahnhof in Lublin angekommen, erwarteten alle voller Vorfreude, aber auch Spannung und Erwartung die Austauschpartner*innen. Diese empfingen uns gemeinsam mit den Gastfamilien sowie den beiden Lehrerinnen äußerst herzlich!

Von der Busfahrt ausgeruht und mit vielen ersten Eindrücken aus den Gastfamilien trafen sich alle am nächsten Tag in der Aula des I. Liceum S. Staszica, wo wir offiziell vom Direktor sowie den Lehrerinnen begrüßt wurden. Anschließend wurden die Schilleraner*innen durch kleine Vorträge von polnischen Schüler*innen in die Geschichte der Schule, den Namenspatron sowie die Geschichte der Stadt Lublin eingeführt. Bei ersten „Icebreaking-Activities“ haben wir uns schnell näher kennengelernt. Dies wurde bei der sich anschließenden Stadtführung bei herrlichem Wetter vertieft. An wesentlichen Sightseeing-Punkten hielten die polnischen Schüler*innen ansprechende Kurzreferate über die Historie von Wahrzeichen, Bauwerken oder ereignisreichen Plätzen. Während die Schilleraner*innen den Tag bei ihren Gastfamilien ausklingen ließen, trafen sich die Lehrer*innen zusammen mit dem Direktor und weiteren Kolleg*innen in einem traditionellen polnischen Restaurant zu einem ersten gemeinsamen Austausch bei köstlichen polnischen Spezialitäten.

Nun lag das Wochenende vor uns. Bei schönstem Wetter fuhren wir am Samstag zunächst in die kleine Stadt Zamość, eine Stadt im Stil der italienischen Renaissance, die wir besichtigten und weitere polnische Spezialitäten, z.B. das Zwiebelgebäck probierten sowie ???, ein kleiner wunderschöner Kurort mit Seen, Wildpferden und Wäldern. Besonders beeindruckt waren die Schüler*innen von einer kleinen Schlange im Wasser, die einige mutig in die Hand nahmen. Ein ganz besonderer Abschluss dieses Tages fand bei einer polnischen Austauschschülerin und ihren Eltern zu Hause statt: Sie bereiteten ein herrliches Lagerfeuer vor, an dem alle Würstchen am Stock grillen sowie zahlreiche polnische Spezialitäten probieren konnten. Ein Fußballturnier zwischen den deutschen und den polnischen Schüler*innen sowie das gemeinsame Singen am Lagerfeuer rundeten diesen wunderbaren Tag ab. Am Sonntag haben die Schüler*innen einen Ausflug mit ihren Gastfamilien gemacht oder die Zeit mit diesen beim gemeinsamen Essen, Café und Kuchen oder ähnlichem zu verbringen.

Am Montag haben wir alle an verschiedenen Unterrichtsstunden, die teils in Englisch stattfanden, teilgenommen. Dabei erstaunte uns vor allem, dass die polnischen Schüler*innen nicht aufzeigen, wenn sie etwas zum Unterrichtsgespräch beitragen möchten. Am Nachmittag besuchten wir eine Ausstellung im Theater N.N. über das Leben der Juden in Lublin im Laufe der Jahrhunderte, welche sehr beeindruckend war.

Historisch weiter ging es dann auch am Dienstag mit einem Besuch des Konzentrationslagers Majdanek, das unmittelbar an der Stadtgrenze Lublins liegt. Die vierstündige und sehr informative Führung lieferte einen intensiven Einblick in die Strukturen eines Konzentrationslagers und regte uns alle sehr zum Nachdenken an. Nachmittags arbeiteten die Schilleraner*innen weiter zusammen mit den polnischen Austauschschüler*innen am Projekt des deutsch-polnischen Austausches „On both sides of the iron curtain“ und lernten so viel über Erfahrungen und Erlebnisse zur Zeit des Kalten Krieges kennen. Neben politischen und historischen Ereignissen wurden besonders die Themen Freizeitgestaltung, Wohnen, Arbeiten, Schule und Konsum bearbeitet. 

Einen gelungenen Abschluss boten uns die polnischen Austauschschüler*innen gemeinsam mit ihren Eltern, indem sie ein überwältigendes Buffet mit verschiedensten polnischen Gerichten präsentierten. Die Schüler*innen verbrachten ihren letzten Abend gemeinsam in der Altstadt von Lublin.

Der Abschied am Mittwoch fiel allen nach diesen bereichernden Tagen sehr schwer und alle waren sich sicher, dass dieser Austausch in jeder Hinsicht sehr gelungen war.

 

„Am liebsten wären wir noch länger geblieben“ – da waren wir uns alle einig!

Daher freuen wir uns schon sehr auf ein Wiedersehen beim Gegenbesuch unserer polnischen Freund*innen im April 2019!