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Auch in diesem Jahr nahm eine Gruppe, bestehend aus etwa 30 Schülerinnen und Schülern des Schillergymnasiums und des Paulinums an einer MUN Konferenz in Bath teil. Im Zuge einer MUN-Konferenz erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, in der Rolle des Delegierten eines UN-Mitgliedstaates (in diesem Jahr Indien, Botswana und Australien) einer simulierten UN-Konferenz beizuwohnen. Hierbei suchen sich die Schülerinnen und Schüler ein Organ der UN aus, in dem sie ihr Land vertreten möchten. In Vorbereitung auf die Konferenz werden unter anderem Resolutionen zu aktuellen sozio- ökonomischen und ökologischen Problemstellungen verfasst, die anschließend im Rahmen der Veranstaltung diskutiert und verbessert werden. Die Betreuung der Reisegruppe übernahmen in diesem wie auch im vergangenen Jahr Frau Heiny und Herr Iking.

Trotz der Tatsache, dass die letztjährige Konferenz wegen starken Schneefalls ausfallen musste und somit keine erfahrenen SchülerInnen anwesend waren, war die Vorfreude auf den Mittwochabend, an dem unsere Reisegruppe aufbrechen sollte, ungetrübt. Umso mehr wuchs diese Vorfreude, als wir uns gemeinsam mit dem Paulinum auf den Weg in Richtung Bath machten.

Als wir nach einer langen, aber unterhaltsamen Busfahrt, inklusive einer Schifffahrt von Calais nach Dover, an der YMCA in Bath ankamen, wollte trotz der langen Reise kaum jemand in der Jugendherberge bleiben, um etwas Schlaf nachzuholen. Die Mehrheit meiner Mitschüler, ich inklusive, war wesentlich gespannter darauf, die Stadt zu entdecken. Also verbrachten wir unseren ersten Nachmittag damit, die historische Altstadt von Bath zu erkunden.

Am zweiten Tag erfolgte dann eine Exkursion ins nahegelegene Bristol, wo wir erneut die Möglichkeit hatten, uns mit der Innenstadt vertraut zu machen. Am Abend trafen wir uns dann erstmals mit SchülerInnen von 26 Schulen aus ganz England zur Eröffnungszeremonie im Theatersaal unserer britischen Partnerschule. Im Anschluss traten wir erstmalig in unseren Komitees zusammen, um mit dem „Lobbying” zu beginnen. Wir stellten den anderen Mitgliedern unseres Komitees also unsere Resolutionen vor und knüpften erste Kontakte zu anderen Delegierten.

Am zweiten und intensivsten Konferenztag versammelten wir uns gegen 9:45 in den Komitees, um die am Vorabend eingereichten Resolutionen zu diskutieren. Pro Komitee gibt es drei oder vier Themen, zu denen eine Resolution verfasst werden kann. Von diesen können dann drei oder vier pro Thema debattiert werden. Eine finale Abstimmung entscheidet dann darüber, welche Resolutionen verabschiedet werden. In meinem Komitee wurden drei erfolgreich beschlossen.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase war es den meisten von uns noch vor dem Mittagessen in der großen Halle der Kingswood School möglich, erste Erfolgserlebnisse zu sammeln und sich aktiv an der Debatte zu beteiligen. Am Ende des Tages stand ein gemeinsames Abendessen aller Mitreisenden des Schillergymnasiums in einem örtlichen Restaurant.

Nachdem wir am Sonntag noch an einigen Diskussionsrunden innerhalb der Komitees teilgenommen hatten, trafen wir uns anschließend wieder im Theater, um noch ein „emergency scenario“ zu diskutieren. Diese fiktiven Szenarien stellen mögliche Notfallsituationen dar, in denen alle Delegierten gemeinsam eine Resolution verfassen müssen, um ein drohendes Unheil abzuwenden. Anschließend folgte eine Verabschiedungszeremonie, in der man die diesjährige Konferenz Revue passieren ließ und einige Delegierten für ihre Bemühungen auszeichnete.

Auf und nach der Rückfahrt hatte ich die Gelegenheit, mit SchülerInnen von Schiller und Paulinum zu sprechen und in ihren Worten spiegelten sich stets Begeisterung und Inspiration wieder. Jedem, der die Möglichkeit hat, an einer solchen Konferenz teilzunehmen, kann ich nur empfehlen dies auch zu tun.

(Leo Schleef, Q I)