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Vom 21.07. bis zum 24.07.2018 hatten Diana Allamoda, Jasmin Christina Thomas, Fábio Alves Silva und Tim Zwaer begleitet von Frau Perner und Herrn Döring die Gelegenheit, im Rahmen des Climate Action Projekts die UNESCO-Projektschule in Ralbitz nahe Bautzen zu besuchen. Im Fokus der von der Partnerschule organisierten Veranstaltung standen die Klima- und Umweltfolgen der konventionellen Landwirtschaft, sowie mögliche verträglichere Alternativen, die zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können.
Die Schülerinnen und Schüler stiegen in Münster mit unterschiedlichen Erwartungen in den Zug. Jasmin Thomas erinnert sich: „Ich habe erwartet, dass ich neue Menschen kennen lerne und Dinge über die Landwirtschaft erfahre.“ Überrascht zeigten sich die Projektteilnehmer aus Münster zunächst von der einzigartigen sorbischen Sprachinsel in der Nähe Bautzens. In dieser Region liegt auch die besichtigte Partnerschule. „Die Kinder wachsen dort bilingual auf, das heißt, dass sie auf Deutsch und auf Sorbisch unterrichtet werden“, berichtet Tim Zwaer, der mit seinen Russischkenntnissen Einiges verstehen konnte, ebenso wie Diana Allamoda aufgrund ihrer Polnischkenntnisse.
Sowohl in konventionellen, als auch in biologischen Betrieben konnten sich die Projektteilneh-mer einen unmittelbaren Eindruck von der dortigen Tierhaltung machen und mit eigenen Augen besichtigen, von wo das Fleisch in die Theke und auf den Teller kommt. Von diesen Impressionen geprägt äußert Tim Zwaer: „Die Unterschiede waren riesig. Ein Beispiel dafür: Die Schweine auf dem Biobauernhof sahen schon glücklicher und entspannter aus und man konnte sehen, wie wohl sie sich gefühlt haben. Dies kann man nicht über den konventionellen Bauernhof sagen, da meiner Meinung nach die Schweine nicht glücklich waren und es auch nicht annähernd so viel Platz für die Schweine und Ferkel gab“. Für diese Unterschiede macht er jedoch nicht ausschließlich den produzierenden Bauern, sondern die Gesellschaft verantwortlich. Die mangelnde Zahlungsbereitschaft für ökologisch hergestelltes Fleisch führe zu den von uns besichtigten Produktionsbedingungen der konventionellen Landwirtschaft.
Die Beschreibung der besichtigten Biogasanlage von Jasmin Thomas hört sich zunächst nur wenig appetitlich an: „Man konnte durch den Fensterrahmen innen Schwefel sehen und wenn man weiter bis zum Becken blickte, konnte man ganz viele Blasen auf der Gülle sehen“. Tim Zwaer erläutert jedoch den Sinn der Konstruktion: Die Exkremente der der Kühe werden genutzt, um Gas herzustellen und zu verstromen. Die dabei entstehende Abwärme wiederum wird genutzt um Wasser zu erhitzen und dieses in einem Kreislauf dem Dorf als Heizenergie zur Verfügung zu stellen. Dadurch benötigt das Dorf mit 200 Haushalten für ¾ des Jahres keine weitere Heizenergie.
Mit einer Bodenprobe vom Ralbitzer Biobauern ging es anschließend in den Klassenraum, um den Nährstoffgehalt zu analysieren. Im Gegensatz zur Beprobung des konventionell bewirtschafteten Ackers fiel dabei auf, dass im Oberboden noch wesentlich mehr Nährstoffe enthalten sind, da die Auswaschung geringer ist. Somit ermöglichte in diesem Fall die biologische Nutzung einen zukunftsfähigeren Anbau.
Die mitfahrenden Schüler haben die Fahrt nach Bautzen als sehr bereichernd empfunden. So resümiert Tim Zwaer auf der Rückfahrt: „Die UNESCO-Fahrt nach Bautzen war sehr erlebnisreich und sehr spannend“. Jedoch sollen die Eindrücke der Fahrt auch mit den Mitschülern in Münster geteilt werden. In diesem Sinne haben sich die Projektteilnehmer auf der Fahrt sehr engagiert gezeigt: „Ich habe sehr viele Fotos gemacht und habe sie zu einem Video geschnitten und will es meiner Klasse zeigen, damit sie sehen, wie Bautzen ist“, so Fábio Alves Silva. Dadurch können die Projektteilnehmer an unserer Schule als Multiplikatoren wirken und aktiv an der Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung teilhaben.
(PER)