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Unterricht

am Schillergymnasium Münster

Gemeinsames Lernen

Als UNESCO-Projektschule ist es dem Schillergymnasium ein besonderes Anliegen, seinen Beitrag zur schrittweisen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu leisten. Daher gibt es seit dem Schuljahr 2011/12 am Schillergymnasium Klassen mit gemeinsamem Lernen (GL-Klassen). Hier lernen Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Bildungsgangs Gymnasium.

In den a-Klassen (5a, 6a, 7a, 8a und 9a) werden jeweils ca. 26 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, davon haben ca. fünf bis sechs Kinder den sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf „Lernen“. In den Klassen mit gemeinsamem Lernen arbeiten alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam, auch wenn sie unterschiedliche Bildungsziele haben. Die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden zieldifferent, d.h. auf der Grundlage individueller Förderpläne unterrichtet.

Im 10. Jahrgang lernen die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf zielgerichtet in einer Kleingruppe; gemeinsames Lernen findet in den Fächern Kunst und Sport statt, so dass weiterhin ein Zusammenhalt mit der Jahrgangsstufe besteht. Darüber hinaus absolvieren sie eine intensive Berufsvorbereitung, indem sie an 2 Tagen in der Woche an einem Langzeitpraktikum teilnehmen.

Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, verfügt das Schillergymnasium über besondere personelle und räumliche Möglichkeiten: Unterrichtet werden die Kinder sowohl von Lehrkräften des Gymnasiums als auch von Sonderpädagogen. Außerdem wird unser Team durch eine Sozialpädagogin vom Verein „Selbstständigkeitshilfe bei Teilleistungsschwächen“ (SeHT Münster e.V.) unterstützt. Für differenzierende Kleingruppenarbeit steht in den a-Klassen ein Differenzierungsraum mit Computerarbeitsplätzen in unmittelbarer Verbindung mit dem Klassenzimmer zur Verfügung.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das gemeinsame Lernen in unseren GL-Klassen gelingt und alle Schülerinnen und Schüler von dieser Lernkultur profitieren – sowohl fachlich als auch sozial: Sie erfahren im täglichen Umgang mit großer Selbstverständlichkeit, dass ihre Mitschüler unterschiedlich sind und unterschiedlich lernen, begegnen sich mit Respekt und Wertschätzung und gelangen so einer guten Klassengemeinschaft.

Mathematik

Als Einstieg für die Einheit „Rechnen mit natürlichen Zahlen“ im Mathematikunterricht wurde zunächst ein Rechenbingo, in dem alle vier Grundrechenarten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden berücksichtigt wurden, eingesetzt. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten in Partnerarbeit. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen des Spiels konnten sich alle Schülerinnen und Schüler einbringen und haben dies auch hochmotiviert und mit viel Freude gemacht. In einer sich anschließenden frontalen Phase wurden die zu den verschiedenen Rechenarten gehörigen Fachbegriffe geklärt und aufgeschrieben. Daran schloss sich ein Wochenplan als Freiarbeitsphase an. Der schriftliche Plan war bei Regelschülern und Schülern mit erhöhtem Unterstützungsbedarf ähnlich strukturiert, jedoch mit differenzierten Anforderungen verbunden. Die zu bearbeitenden Aufgaben waren jeweils an die Leistungsstärke angepasst. Auch bei den Regelschülern war durch den Einsatz verschiedener Wahlaufgaben eine Binnendifferenzierung gegeben. Während der gesamten Wochenplanarbeit arbeiteten alle Schülerinnen und Schüler auf unterschiedlichen Niveaus gemeinsam am Thema „Rechnen mit natürlichen Zahlen“. Durch die hohe Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler war eine verstärkte individuelle Förderung einzelner möglich.

Biologie

Im Rahmen der Einheit „Bewegung – Teamarbeit von Knochen, Muskeln und Gelenken“ im Biologieunterricht wurde das Skelett behandelt. Nach einem Brainstorming zum Einstieg hatten die Schülerinnen und Schüler zunächst die Gelegenheit, an sich selbst bereits bekannte Teile des Skeletts zu ertasten. Weitere Gelegenheit zum „Begreifen“ des Skeletts bot das lebensgroße Modell aus der Sammlung. In der sich anschließenden Unterrichtsphase erarbeiteten die Regelschüler anhand von Texten den Aufbau des Skeletts und sicherten ihre Ergebnisse mit Hilfe ihres Abstraktionsvermögens auf einem Arbeitsblatt. Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf erarbeiteten parallel den Aufbau des Skeletts am Modell; d.h. sie ordneten den verschiedenen Knochen die entsprechenden Fachbegriffe zu. Im Anschluss daran bastelten die Kinder mit erhöhtem Förderbedarf ein bewegliches Skeltt aus Pappe. Dies stellten sie im Anschluss den Regelschülern vor und hatten die Gelegenheit, ihre erworbenen Kenntnisse zu präsentieren. Während der Unterrichtseinheit arbeiteten alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam in einem Raum; der Aufbau des Skeletts wurde zum einen abstrakt und zum anderen handlungsorientiert mit Hilfe des Modells erarbeitet.