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Euro-Krise hautnah - Theaterprojekt 28.11.2013

(Copyright: Michael Hörnschemeyer)

„Wir wussten gar nicht mehr, wohin wir weggucken sollten, die Griechin lag direkt vor uns“.

Nikolai und Benjamin aus der Jahrgangsstufe 11 lachen. So nah war ihnen und ihren MitschülerInnen Theater noch selten gekommen.

Zu Gast war am Freitagmorgen vergangener Woche (22.11.) das Theaterprojekt „Die Euro-WG- wo Geld ist, ist es schön.“

Schon der Bühnenaufbau war ungewöhnlich. Nicht in sicherer Distanz, sondern  hautnah saßen die SchülerInnen am Rande des Theaterstücks. Mitten im Zuschauerraum war ein Rechteck aus Schultischen, einigen wenigen Stühlen, einem Plastiksofa und einer echten Kochzeile aufgebaut.

Und dann ging das von Autor Thomas Nufer pointensicher, amüsant und temporeich inszenierte Stück los: Die Euro-Krise mit großer Spiellust dargeboten im Spiegel einer Wohngemeinschaft.

Paul (Claus Becker), der deutsche Wohnungsmieter nimmt als Sozialexperiment für seine Magister-Arbeit  vier junge Menschen aus der Euro-Zone als Mitbewohner auf. Es halten Einzug  die toughe, wohlhabende  Finnin  Sirii (Corinna Bilke), und aus der prekären Südschiene des Euro-Raums  der Prototyp des italienischen Latin Lovers Antonio (Ludger Wördehoff) mit dauerhängenden Schlafzimmerlidern und die stets ein wenig anzügliche Griechin Xenia (Janine Quandt).  Mit herrlich echt klingenden Akzenten  geht´s  rasant  zur Sache: Liebe, Streit, Finanzierungskonflikte, Aufeinanderprallen von (ironisch stereotypen) Sozialcharakteren, Krise, drohender Zerfall, Versöhnung, Neubeginn, Hoffnung!

Europa zu Zeiten der Staatsschuldenkrise eben!

Zwischen den Akten der ernste Teil.  Der deutsche WGler Paul interviewt die SchülerInnen über ihre Einstellungen  zu Europa, zu Staatschulden und Wolfram  Pott von der Europa-Union tritt als informierender Europa-Experte im WG-Rechteck auf und am Ende füllen die SchülerInnen noch einen Fragebogen für die wissenschaftliche Begleitung des Theater-projekts aus.

Die Reaktionen der jugendlichen Zuschauer zeigen: Dem Projekt unter der Leitung von Dirk Schubert gelingt es überaus überzeugend, Türöffner für ein verschlungen anspruchsvolles politische Thema zu sein.

Die Euro-Krise ist ebenso wichtig  wie sperrig. Alles, was Politikunterricht für die Schüler-Innen leicht machen kann, sucht man bei diesem Thema vergeblich: Der Lebensweltbezug ist zumindest im beschauliche Münster für die Mehrzahl der Jugendlichen kaum direkt zu spüren, die Komplexität des Problems ist auch für Lehrer eine Herausforderung. Auch sie haben mit EFSM, Euro-Bonds, u.ä. neue Vokabeln pauken  müssen.

„Vieles ist mir immer noch nicht ganz klar, aber ich habe durch das witzige Stück und die tollen Schauspieler Lust bekommen, durchzublicken in Europa, weil die EU und der Euro unsere Gegenwart und Zukunft sind“, erzählt eine SchülerIn nach der Vorstellung und dürfte damit ziemlich genau die Intentionen von Autor und Regisseur Thomas Nufer treffen.

                                                                   (Kontakt für Interessierte d.schubert1@gmx.de)

(Udo Nesselbosch)

UNESCO-Workshop zum euro-arabischen Dialog 21.11.2013

Lisa Merker aus Münster während des Videodrehs mit ihren tunesischen Partnerschülern Rami Souai und Imene Jebali

„Ich habe viel über die arabische Welt gelernt, besonders die Aufgeschlossenheit und Freundlichkeit der Menschen hat mich sehr beeindruckt.“ Pia Lenz, Schülerin des Schillergymnasiums zieht ein positives Resumee. Gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Lisa Merker und dem namibischen Gastschüler Kapenda Ndimuwanokupa und dem Lehrer Christoph Lammen  nahm sie in der vergangenen Woche an einem UNESCO-Workshop zum euro-arabischen Dialog in Karthago, Tunesien teil. Schülerinnen und Schüler aus Dänemark, Polen, der Türkei, dem Libanon, dem Oman, Kuweit, Jordanien, Tunesien und Deutschland arbeiteten in Karthago gemeinsam zu den Millenium Goals der UN und setzten sich in Workshops mit den Themen, Geschlechtergerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Demokratie und Menschenrechte auseinander. Eine wichtige Rolle spielte hierbei die Nutzung digitaler Medien.

Das münsteraner Workshop Team mit Partnern aus Tunesien, Palästina, Polen und Oman

Zusammen mit den Medientrainern Carina Schmid und Janusz Hamerski des Münsteraner Vereins The Global Experience produzierten sie unter anderem Kurzfilme, die globale Herausforderungen aus europäisch und arabischer Perspektive beleuchten.

Die Ergebnisse des Workshops sind einsehbar unter: www.theglobalexperience.org/news

(Christoph Lammen)

Diff-Kurs Jg. 9 feiert Theaterpremiere mit "Glotze an - Ameisenkrieg" 19.11.2013

Rezension: „Glotze an – Ameisenkrieg“

Das Theaterstück „Glotze an – Ameisenkrieg“, welches am 15.11.2013 seine Premiere im Schillergymnasium hatte, ist ein Schauspiel besonders für jung, aber auch für alt. Präsentiert wird dieses vom Differenzierungskurs Darstellen und Gestalten der Jahrgangsstufe 9 unter der Leitung von Stefan Gutsche für 2 €.

Mit Tragik, Spannung und Komik wird die Geschichte eines Ehepaares erzählt, bei dem es nicht mehr so gut lä7ft, seitdem der Mann auf Abstand zu seiner Frau geht und sie offensichtlich betrügt. Jeden Abend wird diese Geschichte durch gemeinsames Fernsehen unterbrochen, was für brillante Abwechslung sorgt. Als Anzeichen dafür wird ein älterer Fernseher angeschaltet, der dann das schöne „Ameisenkrieg“-Bild zeigt.

Es kommt zu exquisiten und imponierenden Szenen, wie zum  Beispiel eine, in der drei leicht trottelige, ja fast dumme, Nachwuchsschauspieler bei einer Casting-Agentur vorspielen und dieselbe Szene immer wieder auf unterschiedlichste Art und Weise phänomenal von fast emotionslos bis zum Disney-Musical inszenieren. Diese beispielhafte darstellerische Leistung ist aber nur ein Beispiel von vielen. Auch eine Beichtszene auf Hitchcock-Niveau sucht seinesgleichen. Im Laufe verschiedener Beichten wird klar, dass der Pfarrer ein Mörder ist, der vom Beichtenden erfährt, dass er bei seinem Mord nicht unerkannt geblieben ist.

Lobenswert ist aber nicht nur die Arbeit der Darsteller, sondern auch die Kreativität in der Umsetzung von Musik und Raum, z.B. Balkon. Einziger, falls man das überhaupt so nennen darf, Mangel ist, dass man den ein oder anderen Schauspieler nur von hinten sehen konnte.

Aber bei so einem fabelhaften Stück kann man Kleinigkeiten schon mal vergessen. Ich kann dieses Stück wirklich nur weiterempfehlen und sagen, die lange Arbeit von ca. einem Jahr hat sich überaus gelohnt und das Resultat ist nahezu perfekt. Ich glaube, ich wiederhole mich. Wer sich dieses Stück entgehen lässt, ist selbst schuld.

(Lennard Weide, 9a)

Schiller wieder in Lublin 15.10.2013

Die Austauschschüler vor der Kulisse der historischen Altstadt

Mit der nun schon 7. Begegnung zwischen dem Schillergymnasium und dem 1. Liceum in Lublin intensivierten beide Schulen ihre Bemühungen um die deutsch-polnische Verständigung: 15 SchülerInnen des Schiller verbrachten eine erlebnisreiche Woche in Münsters Partnerstadt als Gäste ihrer Austauschpartner vom 1. Liceum.

Nach einem dreitägigen Vorbereitungsseminar beim GESW Vlotho hatten die Schilleraner so viel Vorwissen über Polen, dass die Neugier auf die Lebensverhältnisse in Polen groß war. Und so war es dann auch verständlich, dass als Thema für die gemeinsame Projektarbeit „Schüler in Polen und Deutschland: Mein Leben in Lublin und Münster“ gewählt wurde. In gemischten deutsch-polnischen Arbeitsgruppen wurden die Bereiche Schule, Stadt, Familie, Freunde und Freizeit bearbeitet und am Abschlussabend als Film, Fotoreportage, Interview  oder szenische Lesung präsentiert.

„Wir waren ja zuerst etwas skeptisch; aber das Ergebnis der Projektarbeit hat uns doch sehr positiv überrascht“, so Austauschleiterin Christiane Allecke vom Schillergymnasium.

„Es gab keine Verständigungsschwierigkeiten und die praktische Arbeit verlief ohne Probleme in bester Stimmung.“

Da die Projektgruppen schon am ersten Schultag gebildet wurden, konnten sie ihre Arbeit selbst so organisieren, dass sie begleitend zu den Schwerpunkten des insgesamt sehr vielfältigen Programms erfolgen konnte. Schon das erste Wochenende in den polnischen Familien ermöglichte neue Erfahrungen. Dass sich viele Schüler und auch ihre Lehrer zum Sonntagsausflug in Kazimiersz Dolny wiedertrafen, lag allerdings nicht an einer festen Verabredung, sondern an der Attraktivität des malerisch an der Weichsel gelegenen historischen Städtchens und an dem warmen, sonnigen Herbstwetter.

Erklärungen zur Geschichte der Lubliner Burg

Als sehr aufschlussreich empfanden die deutschen Schüler die Einblicke in das polnische Schulwesen und den“ Alltag“ des normalen Unterrichts, die sie am Montag nach einer Schul-Präsentation ihrer Gastgeber durch ihre Teilnahme am Unterricht verschiedener Fächer, erleben konnten. „So groß sind die Unterschiede zu uns nicht“, kommentierte Max Wesener-Roth seine Eindrücke. „In Englisch sind wir etwa gleich weit, in Physik wurden hier die Fallgesetze besprochen, die bei uns noch nicht behandelt wurden.“ Allgemein als etwas kurios empfunden wurde, dass in Polen ein Fach unterrichtet wird, das Themen der nationalen und internationalen Sicherheitspolitik umfasst. Etwas gewöhnungsbedürftig war auch für einige Schilleraner, dass sich die polnischen Schüler in den Pausen zu den Klängen von Rockmusik aus Lautsprechern auf den Fluren aufhalten dürfen.

Die deutsch-polnischen Gemeinsamkeiten standen an den Folgetagen aber uneingeschränkt im Vordergrund der intensiven Programmgestaltung. Nach einem ausführlichen Stadtrundgang, bei dem die Sehenswürdigkeiten Lublins eindrucksvoll erklärt wurden, führten die deutschen Schüler ein von ihren Austauschpartnern konzipiertes Stadtspiel durch, nach dessen Beendigung sich beide Gruppen dann zur „Auswertung“ in einer Pizzeria trafen.

Ein weiterer Höhepunkt der gemeinsam durchgeführten Unternehmungen lag in dem eintägigen Busausflug nach Warschau, bei dem nach einem ausführlichen Altstadtrundgang auch das Ghettodenkmal erklärt wurde, bevor dann das neue hochmodern gestaltete Kopernikus-Museum besucht wurde, das mit seine zahlreichen interaktiven Stationen auf sehr anschauliche Weise Grundphänomene der Naturwissenschaften vermittelte.

Mit dem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek gingen die Schüler verschiedenen Fragen nach der Vergangenheit und ihrer Bedeutung für die Gegenwart nach. Nach der thematisch orientierten Vorbereitung in Arbeitsgruppen präsentierten sie anschließend ihre Ergebnisse an verschiedenen Stationen des Geländes unter Anleitung der sie begleitenden Historikerin.

„Es war deutlich zu spüren, dass sich unsere Schüler sehr ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzten und dass sie angesichts der Verbrechen, die in Majdanek geschahen, sehr ergriffen waren“; so Leiterin Christiane Allecke. Und: „Wie können Menschen Menschen so etwas antun?“, fragte Anna Bühning. Darin, dass nach wie vor Lehren aus der Geschichte gezogen werden müssen, waren sich in der abschießenden Diskussion alle Teilnehmer einig.

Als besonders gelungen empfanden dann auch alle Teilnehmer den letzten Tag, an dem alle eine Radtour an den Lubliner Stausee unternahmen, bei dem ein „Fußballländerspiel Deutschland gegen Polen“ zwar von Deutschland mit 1:5 verloren wurde, aber der allgemein guten Stimmung keinen Abbruch tat.

Mit einem Abschiedsabend in der Schulaula ging dann eine Fahrt zu Ende, die bei allen Teilnehmern ein uneingeschränkt  positives Echo fand: „ Wir wissen jetzt viel mehr über Polen und haben uns bestens mit unseren polnischen Austauschpartnern verstanden“, so das Fazit von Chris Pölking und Oliver Wächter. Und Lale-Miriam Beden und Beatrix Bröker ergänzen: „Wir hatten eine so beeindruckende Woche in Lublin – jetzt müssen wir eine mindestens ebenso gute Woche für den Gegenbesuch Anfang Juni in Münster organisieren.“

Dieser Meinung fügten beide Austauschleiter noch einen ausdrücklichen Dank an die Stadt Münster hinzu: „Ohne die Förderung der Programmkosten durch das Amt für Bürger- und Ratsservice und der Reisekosten durch die Interfraktionelle Arbeitsgruppe im Rat der Stadt Münster wäre diese Begegnung nicht möglich gewesen“, so Christiane Allecke und Manfred Sellmayer.

(M. Sellmayer, C. Allecke)

Paul Diletti gewinnt Gold bei der Deutschen Sprintmeisterschaft 14.10.2013

(Fotografin: Dagmar Westrich-Klem)

Mit der Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft konnte Paul Diletti bereits im Sommer einen großen Erfolg verbuchen, doch der Saisonendspurt sollte ein weiteres Highlight bereithalten. Im Achter des Rudervereins Münster gewann der Schilleraner die Goldmedaille bei der Deutschen Sprintmeisterschaft, die am vergangenen Sonntag auf dem Aasee stattfand. In einem spannenden Rennen konnten die Münsteraner A-Junioren die Konkurrenz aus Krefeld hinter sich lassen und erreichten nach 55,44 Sek. die Zielmarke.

Die Ruderriege gratuliert Paul herzlich zu dieser grandiosen Saison!

Großes Engagement zeigten ebenso die Schiller-Ruderer der Jahrgangsstufe 6 und 8 bei ihrem Einsatz als Starthelfer. Trotz schlechten Wetters und kräftigem Wind übernahmen sie diese wichtige Aufgabe und trugen so zu einem reibungslosen Ablauf der Regatta des Deutschen Ruderverbandes bei.

Für die Ruderriege

Jan Iking