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Die Fahrt nach Rom – ein Resümee

Sonntag, 2. April 2017

Eigentlich begann die Reise nach Rom schon mit 11 Jahren und meiner ersten Lateinstunde. Nicht nur, dass man durch den Unterricht und die dort zu übersetzenden Texte Eindrücke und Vorstellungen vom Leben im (natürlich antikem) Rom bekam, die Kursfahrt nach Rom war auch jene, von der man schon in der 5. Klasse wusste, dass man sie eines Tages antreten würde.

Und in der 10. Klasse war es dann endlich auch so weit: nach fünf Jahren Lateinunterricht, Power-Point-Präsentationen, vielen Spekulationen und Erfahrungsberichten von Mitschülern, Eltern und Lehrern, konnte unsere 20-köpfige Reisegruppe aus 18 Schülern und zwei Lehrern nun das antike wie das barocke und moderne Rom in all seinen Facetten mit eigenen Augen sehen und erleben.

Die Ankunft in Italien nach zweistündigem Flug verlief reibungslos und sehr entspannt, woraufhin wir noch am Abend der Ankunft mit unserem ersten Programmpunkt begannen, einer Nachtwanderung durch die Stadt, bei der wir die Umgebung um unser (sehr nettes) Hotel erkundeten und ich die ersten antiken Ruinen meines Lebens zu sehen bekam, welche aufgrund der nächtlichen Beleuchtung im Ausgrabungsbereich noch eindrucksvoller waren.

Am selben Abend aß ich außerdem meine erste (und auch nicht letzte...) äußerst schmackhafte römische Pizza in einem Restaurant in der Nähe. Einziges „Manko“ dieses ersten Abends war lediglich, dass wir uns bis spät in die Nacht nicht von den prachtvollen Bauten trennen konnten. Doch die Müdigkeit war ein geringer Preis für das, was ich schon am ersten Abend sehen durfte.

In den darauffolgenden Tagen wurden wir Zeuge von verschiedensten Orten, Gebäuden und Geschichten: vom Kolosseum über unterschiedlichste Bauten auf dem Palatinhügel, insbesondere denen auf dem Forum Romanum, bis hin zum Petersdom, der Spanischen Treppe, den vatikanischen Museen und vielem mehr. Ich könnte allein mit den Beschreibungen dieser Orte, Bauten und Welten, die sich uns dort eröffneten, wahrscheinlich noch Seite um Seite füllen. Besonders hervorheben möchte ich jedoch noch die Besichtigung Pompejis und die anschließende Wanderung zum Krater des Vesuvs. Dort bekam ich noch einmal einen sehr interessanten Eindruck vom alltäglichen Leben in der Antike und hier wurde mir auch bewusst, wie ähnlich die römische Zivilisation unserer Heutigen war, so dass ich jetzt mit einem völlig neuen Blick an die damalige Zeit denke, der sich mir, ohne es auf diese Weise selbst erlebt zu haben, vermutlich nie erschlossen hätte.

Wir konnten, trotz des sehr gut organisierten und durchgeplanten Programms unserer idealen Reisebegleiter Frau Teske und Herr Klausmann (die zu jedem noch so unscheinbaren Stein, der in Rom „herum lag“, Bedeutendes zu erzählen wussten) natürlich nicht alles von Rom sehen, was ich aber überhaupt nicht bedauerlich finde. Denn erstens mussten die unglaublich vielen, interessanten Eindrücke in der verhältnismäßig kurzen Zeit von fünf Tagen ersteinmal verarbeitet werden, und zweitens ist das, was ich nicht gesehen habe, ein guter Anreiz dafür, Rom einen erneuten Besuch abzustatten.

Leonardo Hallaschka, EF Schüler im Lateinkurs des Schillergymnasiums Münster.

P.S. Wir danken der Hans-Kuhrau-Stiftung für die großzügige Unterstützung der Fahrt und dem Verein "Alte Sprachen für junge Leute" für die Übernahem der Eintrittsgelder in San Clemente und im Vatikan.